Zum Beginn des neuen Jahres gibt es erfreuliche Neuigkeiten: Die von der Marga und Walter-Boll-Stiftung, der Kämpgen-Stiftung sowie der RheinEnergieStiftung Jugend/Beruf, Wissenschaft geförderte Stiftungsprofessur an der TH Köln wurde zum Ende des Jahres 2025 erfolgreich besetzt und ist bereits aktiv in der Projektarbeit.
Mit der Architektin Andrea Hofmann übernimmt eine Professorin die Stelle, die Quartiersentwicklung als lebendigen, gemeinsamen Prozess versteht. Ihr Ansatz ist bewusst aufsuchend: Statt aus der Distanz zu planen, möchte sie im Quartier präsent sein, zuhören, beobachten und zusammen mit den Menschen vor Ort neue Perspektiven auf den öffentlichen Raum entwickeln. Ziel ist es, Strukturen entstehen zu lassen, die möglichst viele mitnehmen und unterschiedliche Lebensrealitäten berücksichtigen.
Als Schwerpunkt wurde der Stadtteil Köln-Kalk ausgewählt. Dort ist Andrea Hofmann durch das von ihr mitbegründete Kollektiv raumlaborberlin bereits eng in die Entwicklung der Inklusiven Akademie Kunsthaus Kalk eingebunden. In diesem Kontext fand gemeinsam mit Susanne Beschorner vom Kreationszentrum Zeitgenössischer Zirkus (CCCC) sowie Jan Schlagenhauf, zweiter stellvertretender Bezirksbürgermeister von Kalk, ein Spaziergang durch das Quartier statt. Dabei stellte Prof. Hofmann erste Überlegungen zum Umbau und zur Weiterentwicklung des öffentlichen Raums vor.
Ein zentrales Anliegen der Stiftungsprofessur ist die Anerkennung des Wissens der Menschen vor Ort. Bewohnerinnen und Bewohner verfügen über Erfahrungen, Einblicke und Kompetenzen, die Außenstehenden häufig verschlossen bleiben. Diese Expertise soll in einen gemeinsamen Prozess einfließen, aus dem neue, inklusive Lösungen für das Quartier entstehen können.
Ergänzt wird die Stiftungsprofessur durch das bereits seit dem vergangenen Jahr laufende Stiftungsfellowship zur Inklusiven Quartiersentwicklung mit Simone Scharbert. Gemeinsam mit Studierenden werden derzeit vier Projekte unter dem Arbeitstitel „Verabredungen“ realisiert.
Die RheinEnergieStiftung Jugend/Beruf, Wissenschaft fördert die Stiftungsprofessur mit insgesamt 150.000 Euro. Zusammen mit der Marga und Walter-Boll-Stiftung sowie der Kämpgen-Stiftung wird ein Konzept verfolgt, das sozialwissenschaftliche, städtebauliche, raumtheoretische und künstlerische Perspektiven auf Inklusion miteinander verbindet. Um Kontinuität und zugleich Flexibilität zu gewährleisten, ist die Stelle zur Hälfte als längerfristig angelegte Stiftungsprofessur und zur Hälfte als jährlich wechselndes Fellowship in Residence konzipiert.
Weitere Infos: "Neue Stiftungsprofessorin: Inklusion als Projekt vor Ort"
Fotos: Michael Bause/TH Köln
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